Januar 2026: Das Quelle-Areal durchlebt eine beispiellose urbane Transformation. Unter dem Namen The Q entsteht eines der größten innerstädtischen Quartiere Deutschlands – ein 10,9-Hektar-Projekt mit Stadthaus, Einzelhandel, Wohnungen und Gastronomie. Luftbilder dokumentieren diese denkmalgerechte Revitalisierung aus 300 Metern Flughöhe.
Das Quelle-Areal als Transformation: Von Leerstande zur Metropol-Nutzung
Das ehemalige Quelle-Versandhaus war jahrelang ein Symbol für post-industriale Leerstände – ein massiver, denkmalgeschützter Gebäudekomplex aus den 1950er-1960ern, der nach der Insolvenz 2009 zur Ruine wurde. Heute, 2026, ist dieses Areal ein Beweis für urbane Revitalisierung im großen Maßstab.
The Q ist nicht einfach ein Einzelhandelsprojekt oder ein Wohngebiet – es ist ein integriertes, gemischt-genutztes Stadtquartier, das zeigt, wie Bestandentwicklung funktioniert:
- Größe: 10,9 Hektar = etwa 240.000 m² Bruttogrundfläche
- Investition: 700 Millionen Euro
- Kategorie: Eines der größten innerstädtischen Quartiere Deutschlands
- Denkmalschutz: Sanierung unter Wahrung der Ernst-Neufert-Architektur
Dies war nicht einfach – es erforderte Eigentümerwechsel, Insolvenzen, Neuaufstellungen und letztlich die Übernahme durch ACCUMULATA im Herbst 2023.
Historischer Kontext: Von Neufert-Monumentalismus zu modernem Quartier
Das Quelle-Versandhaus wurde 1927 gegründet, aber das monumentale Versandzentrum entstand zwischen 1953-1969 nach Plänen von Ernst Neufert – einem Bauhaus-Schüler mit Sinn für Großmaßstäbe und funktionale Rationalität.
- 1953-1969: Ursprüngliches Versandzentrum mit ~250.000 m² errichtet
- 1980er: Höchstphase – Symbol des deutschen Wirtschaftswunders
- 2009: Insolvenz – das Areal wird zum Leerstand
- 2009-2011: Zwischennutzung durch Quellkollektiv, Wettbewerbe
- 2023: ACCUMULATA übernimmt nach vorherigen Insolvenzen
- 2025-2026: Erste Mieter ziehen ein – Transformation konkret
Dies ist eine Transformation über Jahrzehnte – vom Wirtschaftswunder-Symbol zum Post-Industrial-Leerstand zur modernen Stadtentwicklung. Die Kontinuität wird durch die Denkmaleigenschaft gewährleistet: Das Neufert-Gebäude bleibt sichtbar, wird aber adaptiv nachgenutzt.
Das Stadthaus Q: Öffentliche Infrastruktur als Ankerprojekt
Ein Wendepunkt war die Entscheidung der Stadt Nürnberg, das Stadthaus Q als neues Behördenzentrum zu etablieren. Ende 2025/Anfang 2026 zieht die Stadtverwaltung ein:
- Umfang: 42.000 m² Nutzfläche
- Arbeitskräfte: ~1.500 Mitarbeiter aus verschiedenen Ämtern
- Ämter: Jugendamt, Sozialamt, Amt für Migration & Integration, Bürgeramt Eberhardshof
- Bedeutung: Ankerprojekt, das andere Mieter anzieht und Belegung garantiert
- Effekt: Tägliche Besucherkirculation von hunderten von Bürgern
Dies ist öffentliche Infrastruktur als Katalysator für urbane Entwicklung. Eine Stadtverwaltung mit 1.500 Mitarbeitern generiert tägliche Nachfrage für Gastronomie, Einzelhandel und Dienstleistungen.
Einzelhandelsentwicklung: REWE, Lidl, Müller im Dezember 2025
Im Dezember 2025 öffnete der erste Einzelhandels-Anker:
- REWE: Vollsortiment-Supermarkt, 5.000 m² Verkaufsfläche gemeinsam mit Lidl und Müller
- Lidl: Discounter-Segment
- Müller: Drogerie und Buchandel
- Marktgastronomie: „deli am Markt" vor dem Eingang
- Infrastruktur: Sparkasse Nürnberg-Filiale zusätzlich vorhanden
Dies war der erste sichtbare Erfolg – der Beweis, dass The Q funktioniert. Einzelhandelsmassnahmen entlang der Fürther Straße umfassen etwa 60.000 m² oberirdische Bruttogrundfläche im gewerblichen Teil.
Wohnungsentwicklung: BAYIKO und die lange Perspektive
Der Wohnungsbereich (Bauteil 5) folgt einer längerfristigen Entwicklungslogik:
- Übernahme: BAYIKO ab Herbst 2023
- Entkernungsphase: Abbruch der inneren Strukturen, Bewahrung der Neufert-Schale
- Fertigstellung: Erste Wohnungen Ende 2028 geplant
- Umfang: 1.000+ Wohneinheiten in verschiedenen Kategorien
- Mix: Kaufwohnungen, Mietwohnungen, geförderte Wohnungen
Diese Zeitachse (2026 Mietern, 2028 Wohnungen) zeigt realistische Baukalender – nicht die schnellste Entwicklung, aber nachhaltig und detailliert geplant.
Kinderbetreuung und Gastronomie: Komplexität der Nutzungsmischung
Das Quartier funktioniert nur, wenn alle Lebensbereiche adressiert werden:
- Kita: Mit Krippe, Kindergarten und Hort – essentiell für Erwerbstätige
- Gastronomie: Nicht nur „deli am Markt", sondern zukünftig weitere Restaurants und Cafés
- Dienstleistungen: Sparkasse, zukünftig Bank-, Post-, Apotheken-Services
- Freiflächen: Parks und öffentliche Räume für Aufenthaltsqualität
Dies ist Urban Design der Gegenwart – nicht einfach Einzelhandelsflächen oder Wohnblöcke isoliert, sondern integriertes Leben mit allen notwendigen Funktionen.
Lage und Mobilitäts-Infrastruktur: Entflechtung vom Auto
Das Quelle-Areal liegt im Stadtteil Eberhardshof mit optimaler Anbindung:
- U-Bahn: Direkte Haltestelle „Eberhardshof" an der Linie U3
- Fahrradanbindung: Innenstadt in 11 Minuten erreichbar
- Fürth: 14 Minuten mit dem Rad
- Auto: Frankenschnellweg unmittelbar erreichbar für KFZ-Verkehr
- Parkierungskonzept: Moderne Mobilitätsmischung statt Auto-Dominanz
Dies ist Post-Automotive Urban Planning – die U-Bahn und das Fahrrad sind die primären Verkehrsmodi, nicht das Auto. Ein Statement über Verkehrswende in der Planung.
Denkmalschutz und adaptive Nachnutzung: Architektonische Kontinuität
Ein kritisches Element ist die Erhaltung der Denkmaleigenschaft. Das Neufert-Gebäude wurde nicht abgerissen, sondern adaptiv nachgenutzt:
- Denkmaleigenschaft: Das Neufert-Gebäude steht unter Denkmalschutz
- Stadterneuerungsgebiet: Formale Ausweisung für Förderungen und Regularien
- Adaptive Reuse: Schale bleibt, Inneres wird vollständig neu gestaltet
- Sichtbarkeit: Die monumentale Architektur bleibt Teil der Stadtsilhouette
- Geschichte: Das Gebäude erzählt noch seine Geschichte, aber in neuem Kontext
Dies ist keine Zerstörung von Industrie-Denkmälern, sondern deren Transformation. Das Neufert-Erbe bleibt sichtbar, während die Nutzung komplett modernisiert wird.
Projektgeschichte: Mehrfache Krisen überwunden
The Q hätte nicht entstehen können ohne Durchhaltevermögen durch Krisen:
- Leerstands-Jahre: 2009-2023 war das Areal brachliegend
- Eigentümerwechsel: Mehrfache Umschwünge und Neubewertungen
- Insolvenzverfahren: GERCH Gruppe kollabierte 2023
- Baustopp Herbst 2023: Temporäre Lähmung des Projekts
- ACCUMULATA Rettung: Neuaufstellung und Weiterführung
2026 zu schauen und zu sehen, dass The Q funktioniert – mit tatsächlichen Mietern und ersten Kunden – bedeutet, dass dieses Projekt gegen erhebliche Widerstände durchgesetzt wurde.
Luftbilddokumentation: 300 Meter als analytische Höhe
Professionelle Luftbilder zeigen The Q in einer Dimension, die vom Boden unmöglich ist:
- Gesamtperspektive: Das 10,9-Hektar-Areal ist in einem Bild erfassbar
- Kontextanbindung: Frankenschnellweg, U-Bahn-Haltestelle, Umgebung sichtbar
- Phasen-Dokumentation: Von Leerstände über Bautätigkeit zu Besiedlung
- Detailtiefe: 100+ Megapixel erfassen jedes Fenster, jeden Parkplatz
- Temporale Serie: Bilder von 2020, 2023, 2025, 2026 zeigen Progression
Dies ist wissenschaftliche Stadtentwicklungs-Dokumentation in fotografischer Form.
Das Archiv: Hunderte von Perspektiven einer Metamorphose
Das Luftbildarchiv von The Q ist umfangreich:
- Planungsphase: Frühe Konzepte visualisiert
- Abbruch & Entkernungd: Der Prozess der Räumung
- Bauphasen: Fortschritt durch verschiedene Jahre
- Erste Mieter: Die Realität des Funktionierens
- Zukunft: Wohnbauphase ab 2026 dokumentiert werden
Jedes Bild ist katalogisiert, georeferenziert, hochauflösend – bereit für wissenschaftliche Analyse, Marketing, Publizistik oder künstlerische Verwendung.
The Q als städtebauliches Modell: Bestandsentwicklung statt Abriss
Letztendlich ist The Q ein Modell für urbane Transformation im 21. Jahrhundert:
- Nicht Abriss, sondern Adaptive Reuse: Das Neufert-Erbe bleibt
- Mischnutzung statt Monofunktion: Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Kinderbetreuung integriert
- Öffentliche Ankerprojekte: Stadtverwaltung katalysiert private Investitionen
- Nachhaltige Mobilität: U-Bahn und Fahrrad, nicht Auto-Dominanz
- Langfristige Perspektive: 2028 für Fertigstellung, nicht 2026
The Q wird wahrscheinlich als Beispiel für gelungene Bestandsentwicklung in Deutschland gelten – eine Alternative zum bloßen Abriss und Neubau.
